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In
diesem Turm des Oberhausener Hauptbahnhofs, erbaut 1932, befinden sich
die Wassertanks. Sie dienten einst der Befüllung von
Dampfloks,
und da diese schon vor langer Zeit aus dem Verkehr gezogen
wurden, stehen die elf Meter hohen Tanks seit Jahrzehnten einfach nur
so da - darauf wartend, von uns verkabelt zu werden. Mittlerweile steht
sogar der gesamte Turm unter Denkmalschutz. Die Tanks werden uns also
noch lange erhalten bleiben.
Höhe:
11 m
Durchmesser: 7 m Material: Stahlbeton |
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Als
wir zum ersten
Mal einen der Tanks betraten, waren wir sofort von
der guten Akustik beeindruckt. Die relativ glatte Oberfläche
erzeugt einen klaren, hellen und erstaunlich sauberen Hall.
Ein lauter Schrei erzeugt bis zu sieben Sekunden Hall! Ab diesem Moment wurde von uns und anderen mit vielen unterschiedlichen Klangquellen experimentiert. Den Anfang machte der Analog-Syntheziser Roland Juno 6, gefolgt von einem Digeridoo, einem Drumcomputer, zwei Technics MK-II, verschiedenen Sängerinnen und allem was sonst noch in die Tanks passte. Das Ergebnis übetraf immer wieder unsere Erwartungen. Es klingt einfach besser als digital/künstlich erzeugter Hall. |
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Ob
des guten Klangs fanden
vereinzelt Audio- und Filmprojekte in den Tanks statt.
Dann jedoch geschah es: Bei einer Gesangsaufnahme legten wir einen Talk-Back-Monitor in den Tank, so dass wir auch vom Mischpult, das sich in einem anderen Raum des Turms befand, aus mit der Sängerin kommunizieren konnten. Nach einigem Umstecken und Herumprobieren landete der Hall schließlich am Effektweg des Mischpults, so wie man es mit Effektgeräten normalerweise macht. Das Gefühl an diesem Mischpult zu sitzen, sozusagen direkt unter einem riesigen Effektgerät, war großartig. Schnell war klar, dass dieser Hall ins Netz der Netze gehört, als ein nicht-virtueller Effekt im virtuellen Raum. |
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Als
Mikrofone
benutzen wir ein sogenanntes 'Matched Pair', also zwei Mikros, die
bereits im Werk getestet und als für Stereoaufnahmen
zusammenpassend befunden wurden (Rode NT-5).
Damit haben wir in vielen Stunden unterschiedliche Stereoaufnahmeverfahren ausprobiert. Während dessen hatten wir sehr stark mit Phasenauslöschungen zu kämpfen, ein Problem, das bei Aufnahmen in einem runden Körper kaum zu vermeiden ist. Am Ende fanden wir schließlich eine Position, bei der beide Mikros von einem auf dem Tank liegenden Steg ca. vier Meter herunterhängen. Der Abstand zur Wand beträgt jeweils einen Meter. |
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Die
beiden
Lautsprecher (JBL Control-One) befinden sich auf dem Boden des Tanks,
so positioniert, dass sie die Mikrofone mit einem Abstand von ca. 5-6
Metern direkt anstrahlen.
Der Verstärker (Yamaha Natural Sound), die beiden Mikrofonvorverstärker (Art Tube MP Studio) und der Server (Unix) befinden sich in einem Raum direkt unter dem Tank. Die Kabelverbindungen dorthin sind durch den Abfluss des Tanks geführt. |
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Unsere
Website
stellt nun ein Interface zur Verfügung, das einem
üblichen
Hall-Effektgerät gleicht.
Die wichtigste Einstellmöglichkeit ist der Hallanteil, also das Mischverhältnis zwischen originalem und verhalltem Klang. Bei einem Halltanteil von hundert Prozent hört man nur den Klang aus dem Tank, bei einem anderen Wert werden die Signale entsprechend gemischt. Außerdem muss das Ausgabeformat - mp3, oggvorbis oder flac - gewählt werden. Bei Bedarf kann die Normalize-Funktion (automatische Anpassung der Lautstärke) abgeschaltet werden. |
| Nachdem die
Einstellungen gemacht und auf 'record' geklickt wurde, kann eine bis zu
einer Minute lange Audiodatei beliebigen Formats hochgeladen werden.
Sollte das System gerade besetzt sein, erscheint eine entsprechender
Hinweis und der Vorgang wird automatisch fortgeführt
wenn der
Zugang wieder frei ist. Zum Abspielen und Aufnehmen benutzt unser Skript ('Tank-FX MCP') das WAV-Format. Darum wird die hochgeladene Datei vor der Aufnahme konvertiert. Um den Hall am Ende des Samples nicht abrupt abzuschneiden dauert die Aufnahme vier Sekunden länger als das Original-Sample. |
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Nach der
Aufnahme werden die Samples im vorher angegebenen Verhältnis
zusammengemischt und das Ergebnis wird in das gewünschte
Ausgabeformat konvertiert. Fertig! Das geschieht alles automatisch, man braucht eigentlich nur zuzusehen und das fertige Sample herunterzuladen. Die fertigen Samples können dann in den eigenen Produktionen benutzt oder auch in unser Board gepostet werden ... Viel Spaß damit! |